Geschichte der Gemeinde Heeslingen

Die Gemeinde Heeslingen mit ihren Ortsteilen Boitzen, Freyersen, Meinstedt, Sassenholz, Steddorf, Weertzen, Wense und Wiersdorf hat rd. 4.700 Einwohner auf 8.230 ha und liegt inmitten einer durch das Ostetal geprägten Landschaft.

Das Gebiet der Gemeinde Heeslingen ist seit Jahrtausenden besiedelt. Die ältesten Spuren reichen bis in die Mittlere Steinzeit (7000 – 4000 v.Chr.) zurück. An zahlreichen Fundstücken lassen sich allein im Gebiet Heeslingen zehn Siedlungsplätze nachweisen. Aus der Jüngeren Steinzeit (4000 – 1700 v. Chr.) sind leider keine Großsteingräber mehr erhalten. Das letzte wurde 1827 zerstört.

Im Jahre 961 wurde in Heeslingen ein Frauenkloster gegründet. Damals schenkte ein Graf Hed sein Hab und Gut dem Bremer Erzbischof Adaldag unter der Bedingung, hier eine Klostergemeinschaft frommer Frauen zu gründen, der er dann als Vogt und seine beiden Zwillingstöchter (sie trugen gemeinsam den Namen Wendilgard) als Äbtissinnen vorstehen sollten.
Das Kanonissinnenstift wurde dem Heiligen Veit (Vitus) geweiht, einem der wichtigsten Märtyrer und einem der „14 Nothelfer“. Nachdem die beiden Schwestern gestorben waren, wurde eine 12-Jährige Äbtissin. Der Einfluss des Adels setzte sich gegen kirchliche Regeln (und den Bremer Erzbischof) durch. Die Tochter des Grafen Heinrich I. von Harsefeld war immerhin das Patenkind Kaiser Otto I. Diese Hathui war es, die jene St.-Vitus-Kirche errichten ließ, die älteste noch erhaltene frühromanische Kirche im Weser-Ems-Raum. Das Stift wurde nun der Liebling der Stader Grafen, der Udonen. Reich beschenkt vergrößerte das Kloster Heeslingen nun Einfluss und Reichtum – aber wohl nicht unbedingt die Frömmigkeit seiner Damen.

Dass Heeslingen im frühen Mittelalter ein bedeutender Ort war, beweist die Tatsache, dass die Heeslinger im Jahre 1038 das Marktprivileg erhielten, die Berechtigung, alljährlich am 15. Juni (Vitustag) einen Markt abzuhalten, der Handel und Wandel nach Heeslingen brachte und auch etliches an Zolleinnahmen für das Kloster abwarf. Wachsender Reichtum und Disziplinlosigkeit („irreligiositas“) heißt es in den geschichtlichen Unterlagen) veranlassten den Propst Liutmund, das Stift Heeslingen 1141 in das fünf Kilometer entfernte, abgeschiedenere „Kivinan à“, das heutige Zeven, zu verlegen, um „Zucht und Ordnung“ wiederherzustellen. Der Ort Heeslingen verlor an Bedeutung. Von der ehemaligen Klosteranlage ist nach bisherigen Erkenntnissen nur die Kirche erhalten geblieben.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg fiel der Ort für über 50 Jahre an das Königreich Schweden (17.Jahrhundert). Die wirtschaftlichen Verhältnisse waren in der zweiten Hälfte des 17.Jahrhunderts in der Börde Heeslingen denkbar schlecht. Dies lag einerseits an den Auswirkungen der langen Kriegszeit, andererseits an der Beschaffenheit der Böden, die nicht sehr ertragreich waren.
Mit den gesamten Herzogtümern Bremen – Verden kam die Börde Anfang des 18. Jahrhunderts in den Besitz des Kurfürstentums Hannover.

Am Anfang des 19.Jahrhunderts kam dann die sogenannte „Franzosenzeit“. 1803 besetzten die Franzosen erstmals das Kurfürstentum; 1805 wurde Hannover vorübergehend Preußen überlassen, aber schon 1806 verlor Preußen alle linkselbischen Gebiete (Schlacht bei Jena) wieder. 1810 wurde die Gegend Teil des Königreiches Westfalen unter König Jérôme, dem Bruder Napoleons. Die Herzogtümer Bremen und Verden, die Hansestädte Hamburg, Bremen und Lübeck wurden 1811 als Departement Elbmündung ein Teil des französischen Reiches. Die Gemeinde Heeslingen gehörte zum Kanton Zeven, welches im Arrondissement Stade lag. 1812 kam das Ende der napoleonischen Glanzzeit. Im Nov. 1813 wurde im Kurfürstentum Hannover wieder eine hannoversche Verwaltung eingerichtet. Aufgrund der Beschlüsse des Wiener Kongresses (1814-1815) wurde Hannover zum Königreich erhoben. Die Bevölkerung lebte in diesen Zeiten einfach und bescheiden. Die Bevölkerungszahl nahm nur allmählich zu.
Aber schon 1866 kam es wieder zum Krieg. Diesmal zwischen Preußen und Österreich, wobei das Königreich Hannover an der Seite Österreichs stand. Nach dem Sieg von Preußen wurde das Königreich Hannover von Preußen annektiert. Auch der Deutsch-Französische Krieg (1870/71) hinterließ in der Börde Heeslingen tiefe Eindrücke. In der darauf folgenden Friedenszeit kam es dann langsam zu einer Aufwärtsentwicklung in der Gemeinde. Die Spar- und Darlehenskasse und der Hagelschäden-Unterstützungsverein wurden 1881 gegründet. 1906 wurde die Molkerei Heeslingen als Genossenschaft gegründet. Der Bahnanschluss in Zeven stand ebenfalls seit 1906 zur Verfügung, auf den eigenen Bahnanschluss musste die Börde Heeslingen jedoch noch bis in den Ersten Weltkrieg warten.
Die Gemeinde Heeslingen wurde 1974 im Rahmen der Kreisreform der Samtgemeinde Zeven angegliedert.


Die heutige Gemeinde Heeslingen


Sehenswert ist die im frühromanischen Stil erbaute Feldsteinkirche. Sie ist die älteste erhaltene Kirche dieser Art im Elbe-Weser-Raum. Wuchtige, aus Findlingen des ehemaligen Wehrturms errichtete Strebepfeiler begründen ihren rustikalen Reiz.
Aber auch der Besuch des Bördenheimathauses Heeslingen ist lohnenswert. Hier werden mehr als 800 Exponate bäuerlicher Kultur und des ländlichen Handwerks sowie Sonderausstellungen gezeigt. Es handelt sich um ein niedersächsisches Bauernhaus mit Diele, Flett, Dönz und Webdönz.

Unterhalb der Kirche liegt im eingeschnittenen Ostetal der Hollengrund, der an reizvolle, den Fluß mehrmals querende Wanderwege angeschlossen ist.
Außerdem lädt die reizvolle Landschaft, in der sich die einzelnen Ortschaften der Gemeinde Heeslingen einbetten, zu ausgedehnten Wanderungen und Fahrradtouren ein. Darüber hinaus bietet die Oste ein Paradies für Kanufahrer.

Das dörfliche Leben in Heeslingen und den umliegenden Dörfern wird überwiegend geprägt durch Vereine, Verbände und die Kirchengemeinde. Es besteht ein breites Angebot an Aktivitäten in den unterschiedlichsten Bereichen, wie zum Beispiel in den 3 Sportvereinen, den 8 Feuerwehren, der Heimat- und Fördergemeinschaft und der Kirchengemeinde.
Die Gemeinde Heeslingen zeichnet sich aus durch ein reges wirtschaftliches Leben und eine gute Infrastruktur. Es gibt wesentlich mehr Arbeitskräfte die einpendeln als auspendeln.Dies führte in den letzten 20 Jahren zu einer stark angestiegenen Einwohnerzahl. Die Gemeinde hat diese Entwicklung nach Kräften unterstützt durch die Ausweisung mehrerer größerer Baugebiete.
Über weitere Einrichtungen und Aktivitäten in der Gemeinde Heeslingen finden Sie auf den folgenden Seiten vielerlei Informationen.




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