Heeslingen

Mittelalterlicher Markt am Samstag und Sonntag, 04. und 05. Juni 2011

Rundgang mit Herold an der Spitze


HEESLINGEN. Es ist wohl schon viele, viele Jahrhunderte her, dass am Fuße der Heeslinger Kirche ein solch buntes Marktgetümmel herrschte, wie am vergangenen Wochenende. Als Erinnerung an das Marktrecht, das Heeslingen im Mittelalter für eine kurze Zeit zu einem bedeutenden Ort auf der damaligen Landkarte werden ließ, verwandelte sich der Kirchhof am großen Festwochenende zum 1050-jährigen Jubiläum für eine kurze Zeit noch einmal in einen mittelalterlichen Markt.


Zwar hatte Heeslingen nie das Münzrecht, aber am letzten Wochenende konnten sich die Besucher zur Erinnerung einen kleine Gedenkmünze mit Muskelkraft selber prägen. Heimische Steinmetze zeigten die Kunst ihres Handwerks und verwandelten harten Granit in dekorative Schriftzüge und Ornamente. Besenbinder machten aus Birkenzweigen die praktischen Reiserbesen und über glühenden Kohlen wurden aus einfachem Stahl Messerklingen geschmiedet.

Selbst geschneiderte Gewandungen verwandelten die Heeslinger Bürger in vornehme Damen oder einfache Bauern und für die Ritterspiele gab es gleich nebenan die passende Rüstung und das Schwert. Die Geldkatze für den edlen Herren oder den säuberlich gefertigten Armschutz für den tapferen Recken konnten die Besucher erstehen und neues Geschmeide für die Herzensdame aussuchen.

Wer hält sich am längsten auf dem glatten Balken ?
Wer hält sich am längsten auf dem glatten Balken ? Foto: he


Ein Marktbummel macht hungrig und so herrschte vor den Ständen mit den unterschiedlichsten Leckereien auch dichtes Gedränge. Da drehte ein ganzes Lamm über dem Feuer, nebenan wurde frisches Brot, Flammen- und Butterkuchen aus dem Holzbackofen feilgeboten. Leckerer Honig und aromatisches Met gab es zu kaufen und frisches Obst im knusprigen Teigmantel. Heimische Forellen bekamen im Räucherofen eine appetitliche goldgelbe Farbe und das Schweinefleisch vom Grill wurde in frische Brötchen verpackt. Für die Abkühlung bei sommerlichen Temperaturen wurden fruchtige Weine, kühles Bier und frische Säfte angeboten.

Vor allem die vielen Kinder kamen auf dem mittelalterlichen Markt bei zahlreichen Attraktionen voll auf ihre Kosten. Da versprachen die kleinen pelzigen Akteure des „Mausroulette“ spannende Wetten und beim Steinmetz konnten die Kinder die Bearbeitung von Specksteinen ausprobieren. Das Handwerk des Filzens wurde ihnen gezeigt und am Kräuterstand lernten sie die Heilmittel unserer Vorfahren kennen. Zum Abschluss dann noch einige interessante Informationen über Wellness im Mittelalter und ein erfrischendes Bad im großen Badezuber, so ließ sich der Nachmittag im Mittelalter gut aushalten. (he)

Quelle: Zevener Zeitung vom 06. Juni 2011 (Artikel und Fotos)




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